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Doktorarbeit schreiben

Tipps für das Schreiben Ihrer Doktorarbeit

Während Studierende bei einer Diplomarbeit zeigen, dass Sie die Inhalte ihres Studiums verstanden und sich in neue Themen einarbeiten können, geht es bei der Doktorarbeit darum, ein eigenes Forschungsvorhaben zu planen und sukzessive umzusetzen. Dies bedeutet vor allem, dass der Aspekt Selbstmanagement mehr in den Vordergrund rückt. Zumeist gibt es bei Doktorarbeiten kein festes Zeitgerüst und auch das Arbeitsthema wird i.d.R. nicht vorgegeben. Diese Freiheiten bedeuten jedoch auch, dass der Doktorand sich selbst Ziele setzen muss und in der Lage sein sollte, ein realisierbares von einem nicht realisierbaren Thema zu unterscheiden.

Hinsichtlich des Aspektes Selbstmanagement ist es erfolgsrelevant, die Doktorarbeit als zeitlich befristetes Projekt zu betrachten. Setzen Sie sich spätestens nach Abschluss der Themensuche ein Ziel, bis wann Sie die Arbeit abgabefertig haben wollen und bestimmen Sie danach einzelne Projektmeilensteine (z.B. erste intensive Literaturrecherche nach 4 Wochen angeschlossen, statistische Erhebung nach 8 Wochen abgeschlossen usw.). Je nach Fachgebiet und Umfang kann ein unterschiedlicher zeitlicher Rahmen sinnvoll sein. Ferner muss ein Doktorand, der die Arbeit „nur“ nebenher schreibt mit einer deutlich längeren Erstellungszeit rechnen. Auch wenn ein Ghostwriter bzw. Coach z.B. mit einer Musterarbeit oder bei der Strukturierung und Literaturrecherche Unterstützung leistet, müssen „Doktoranden im Nebenberuf“ mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand rechnen. Eine nebenberufliche Doktorarbeit ist nur effizient realisierbar, wenn täglich 2-3 Stunden für die Arbeit geblockt werden.

Arbeitszeit kalkulieren

Haben Sie bereits angefangen zu schreiben, so sollten Sie sich Mindestseitenzahlen pro Tag definieren, die Sie erreich wollen. Hier hat es sich in der Praxis bewährt, 2-3 Seiten pro Tag als Zielwert zu definieren. Wenn Sie eine 200-seitige Arbeit erstellen wollen, sollten Sie somit mit ungefähr ca. 100 Tagen reiner Schreibzeit rechnen. Auch wenn der Text bereits in der Erstfassung vorliegt, ist noch eine Vielzahl von Arbeiten notwendig, die noch einige Wochen in Anspruch nimmt. So muss die Arbeit mehrfach Korrektur gelesen werden – am besten nicht nur vom Doktorand selbst, sondern auch von neutralen Personen (Fachpersonen und fachfremde Personen), die sowohl auf Tippfehler achten sollten als auch auf unverständliche Passagen. Zumeist fallen dem Ersteller der Arbeit inhaltliche Schwachstellen gar nicht mehr auf, da er mit zunehmendem Expertenwissen quasi „betriebsblind“ für unverständliche Formulierungen und kleinere Fehler wird.

Häufig ist es auch notwendig, noch nach Ende der eigentlichen Schreibarbeit – insbesondere wenn diese sehr lange gedauert hat – neue Literaturquellen einzubinden und ggf. noch die dabei gewonnen neuen Erkenntnisse zu integrieren. Ist inhaltlich alles abgeschlossen, und wirklich auch erst dann, sollte die Feinformatierung der Arbeit vorgenommen werden. Hierbei ist z.B. auf die Lesbarkeit von Grafiken, richtige Zeilenumbrüche oder Fehler bei Zeilenabständen zu achten.