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Geschichte

Was bedeutet Ghostwriting?

Mit dem Begriff Ghostwriting – der Name sagt es schon – wird heute ein Schreiben im Hintergrund, ein so genanntes »Geisterschreiben« bezeichnet. Da wird also jemand beauftragt, einen Text, ein Buch, eine Partitur oder ein anderes schriftliches Werk zu verfassen, welches dann vom Auftraggeber für eigene Zwecke genutzt bzw. als das seine ausgegeben wird.

Der eigentliche Autor bleibt im Hintergrund, unsichtbar wie ein Geist (engl. Ghost). Er ist gewissermaßen der gute Geist des Autors.

Diese Schreiber und »Guten Geister«, und unter ihnen ganz besonders die Redenschreiber, gibt es wohl seit Menschengedenken. Spätestens aber, seit man großen Wert auf Rhetorik legte und für repräsentative Gelegenheiten einen angesehenen Meister dieses Fachs engagierte.

90.000 Euro für eine Rede

Beispielsweise weiß man heute durch Überlieferungen über den griechischen Redelehrer Isokrates, dass ihm Fürst Nikokles auf Zypern umgerechnet fast 90.000 Euro für die Anfertigung einer Rede gezahlt hat [Wikipedia]. Isokrates wurde ein scheues Gemüt und ein allzu zaghaftes Stimmchen nachgesagt, als dass er sich selbst vor ein Publikum gestellt und rezitiert hätte.

Als Logograph – als rhetorischer Redenschreiber nämlich, der für bedürftige Bürger Reden zum Vortrag bei Gericht entwarf, die ihre Angelegenheiten stets selbst vertreten mussten [DUDEN] – verlegte er sich vielmehr auf das Verfassen von Ansprachen als auf den Vortrag derselben. Bedarf an solchen Texten gab es genügend, denn im alten Griechenland wie auch in Rom wusste man bereits um die Macht des wohlgesetzten Wortes, um den geschickten Einbau rhetorischer Figuren und die vorteilhafte Wirkung einer pointierten Geschichte.